Bundesstadt der Schweiz

Nicht auf Wasser oder Wein, sondern auf Schokolade gebaut.

An der Aare liessen Schokoladenmacher süsse Träume wahr werden. So ist eine Geschichte über Food entstanden, die in der Schweiz
ihresgleichen sucht.
Bundesstadt der Schweiz

Nicht auf Wasser oder Wein, sondern auf Schokolade gebaut.

An der Aare liessen Schokoladenmacher süsse Träume wahr werden. So ist eine Geschichte über Food entstanden, die in der Schweiz ihresgleichen sucht.






Kulinarische Vergangenheit mit Pfiff

Schokoladenhauptstadt

Die Schokoladengeschichte jenes Ortes, der seit seiner Stadtgründung im Jahr 1191 eine Liaison mit dem Bären hat, ist hier übersichtlich dargestellt. Die Hauptstadtfrage bei der Gründung der modernen Schweiz im Jahr 1848 führte dazu, dass er zudem als Bundesstadt zu bezeichnen ist. Für die Zeit davor wird er als Stadt an der Aare umschrieben. Hier wurde im Jahr 1879 das Schmelzverfahren erfunden. Von da an gilt die Stadt als Wiege der modernen Schokolade. Schoggi muss daher zum typisch lokalen Food gezählt werden. Sie ist sogar Teil des Schweizer Kulturerbes. Da diese Übersicht allfällige Gräben überwinden soll, werden Umschreibungen für die Ortschaft verwendet.
Was zeichnet eine Schokoladenhauptstadt aus?
Ein Ort gilt als Zentrum, wenn er anhand quantitativer und qualitativer Kriterien als solches eingestuft wird. Für die Beurteilung kann man sich an der Gegenwart oder der Vergangenheit orientieren. In meiner Betrachtungsweise stütze ich mich auf den mengenmässigen Umfang und die Bedeutung der dieser Schokoladengeschichte.

Die Anzahl der verschiedenen Akteure könnte als mengenmässiges Kriterium herangezogen werden. Ein Vergleich zweier Orte ohne Berücksichtigung ihrer jeweiligen Einwohnerzahl würde jedoch ein verzerrtes Bild ergeben. Besser wäre daher die Dichte der Anbieter pro Ort. Während der Blütezeit der ersten Generation könnte die Dichte sogar mit schokoladenreichen Städten ausserhalb der Schweiz mithalten. Die einzelnen Länder verfolgen jedoch eine eigene Wirtschaftspolitik. Dadurch ist ein internationaler Vergleich schwierig. Meine Definition beschränkt sich deshalb auf die Schweiz.

Eine Ansammlung von Betrieben aus demselben Markt könnte auf einen Cluster hinweisen. Die Existenz eines früheren Schokoladenclusters am Fusse des Oberen Aaretals kann durch verschiedene Hinweise belegt werden. Damit ist ein Merkmal vorhanden, das sowohl mengenmässig als auch qualitativ für eine Hauptstadt spricht.

Es gibt jedoch auch rein qualitative Merkmale, welche die Bedeutung eines Ortes untermauern. Eine bahnbrechende Erfindung sind solche Kriterien. In aller Bescheidenheit des Bären darf sich der Geburtsort dieses globalen Produkts als dessen Hauptstadt bezeichnen!

Beweggründe
Die wichtige Rolle der Bundesstadt in der globalen Schokoladenentwicklung wird häufig übersehen. Eine Tendenz zur Zensur lässt sich sogar erkennen. Diese muss leider immer wieder mit der Stadt an der Limmat in Verbindung gebracht werden. So wird beispielsweise behauptet, dass die moderne Schokolade einem Zufallstreffer zu verdanken sei. Mit diesem Mythos wird die Bedeutung der Erfindung an der Aare bekanntlich relativiert. Dort werden aber auch Zeitachsen erstellt, ohne die historisch relevante Geografie zu berücksichtigen. Für Marketingzwecke werden sogar technische Begriffe umgedeutet. Oder man vergibt den Status als Schokoladenhauptstadt, ohne die Einwohnerzahl und die Tatsache zu berücksichtigen, dass Ur-Milchschoggi ohne Schmelzeigenschaft keinen Erfolg hatte. Gibt es unter den stolzen Löwen auch Neider? Oder zeigt sich hier einfach nur mangelndes Interesse an den Regionen auf der westlichen Seite des Bareggtunnels? Oder gibt es an der Ostseite des Bareggs sogar einen «Schoggigraben»?

Seit die wahre Geschichte über Schokolade veröffentlicht wurde, hat sich der Gegenwind aus dem Osten verstärkt. In meiner Situation würde ein Kommunikationsberater wahrscheinlich dazu raten, diese Missstände zu ignorieren. Aber wegducken und die Faust im Sack machen, das ist nicht meine Art. Aus diesem Grund habe ich meine Übersicht aus dem Jahr 2021 aktualisiert und im Glossar ein Quellenverzeichnis hinzugefügt. Aus dem Bärengraben ist ein Park geworden. Würde sich der «Schoggigraben» beseitigen lassen, so käme die Schokoladenseite der Schweiz auf beiden Seiten des Bareggtunnels zum Vorschein.

Neben meinem täglichen Engagement in den Gassen der Bundesstadt soll dies ein weiterer Beitrag zum Erhalt dieses Schweizer Kulturerbes sein. Im August 2026 ist auf der Webseite von Journal B ein Artikel über meine Hauptaktivität als «Schoggi-Mann» erschienen. Da meine Eltern aus Zürich kommen, bin ich sogar ein «Zürimaa» mit Schokoladenjob. Der Inhalt dieser Website richtet sich jedoch nicht nur an Bären oder Löwen, sondern an alle Genussmenschen, welche die süsse Seite des Lebens lieben. In diesem Zusammenhang sei auf den 30. September hingewiesen! An diesem Tag erscheint der letzte Band der spannenden Trilogie von Lisa Graf über die wohl zarteste Schokoladensaga der Welt.
Kulinarische Vergangenheit mit Pfiff

Schokoladenhauptstadt

Die Schokoladengeschichte jenes Ortes, der seit seiner Stadtgründung im Jahr 1191 eine Liaison mit dem Bären hat, ist hier übersichtlich dargestellt. Die Hauptstadtfrage bei der Gründung der modernen Schweiz im Jahr 1848 führte dazu, dass er zudem als Bundesstadt zu bezeichnen ist. Für die Zeit davor wird er als Stadt an der Aare umschrieben. Hier wurde im Jahr 1879 das Schmelzverfahren erfunden. Von da an gilt die Stadt als Wiege der modernen Schokolade. Schoggi muss daher zum typisch lokalen Food gezählt werden. Sie ist sogar Teil des Schweizer Kulturerbes. Da diese Übersicht allfällige Gräben überwinden soll, werden Umschreibungen für die Ortschaft verwendet.
Was zeichnet eine Schokoladenhauptstadt aus?
Ein Ort gilt als Zentrum, wenn er anhand quantitativer und qualitativer Kriterien als solches eingestuft wird. Für die Beurteilung kann man sich an der Gegenwart oder der Vergangenheit orientieren. In meiner Betrachtungsweise stütze ich mich auf den mengenmässigen Umfang und die Bedeutung der dieser Schokoladengeschichte.

Die Anzahl der verschiedenen Akteure könnte als mengenmässiges Kriterium herangezogen werden. Ein Vergleich zweier Orte ohne Berücksichtigung ihrer jeweiligen Einwohnerzahl würde jedoch ein verzerrtes Bild ergeben. Besser wäre daher die Dichte der Anbieter pro Ort. Während der Blütezeit der ersten Generation könnte die Dichte sogar mit schokoladenreichen Städten ausserhalb der Schweiz mithalten. Die einzelnen Länder verfolgen jedoch eine eigene Wirtschaftspolitik. Dadurch ist ein internationaler Vergleich schwierig. Meine Definition beschränkt sich deshalb auf die Schweiz.

Eine Ansammlung von Betrieben aus demselben Markt könnte auf einen Cluster hinweisen. Die Existenz eines früheren Schokoladenclusters am Fusse des Oberen Aaretals kann durch verschiedene Hinweise belegt werden. Damit ist ein Merkmal vorhanden, das sowohl mengenmässig als auch qualitativ für eine Hauptstadt spricht.

Es gibt jedoch auch rein qualitative Merkmale, welche die Bedeutung eines Ortes untermauern. Eine bahnbrechende Erfindung sind solche Kriterien. In aller Bescheidenheit des Bären darf sich der Geburtsort dieses globalen Produkts als dessen Hauptstadt bezeichnen!

Beweggründe
Die wichtige Rolle der Bundesstadt in der globalen Schokoladenentwicklung wird häufig übersehen. Eine Tendenz zur Zensur lässt sich sogar erkennen. Diese muss leider immer wieder mit der Stadt an der Limmat in Verbindung gebracht werden. So wird beispielsweise behauptet, dass die moderne Schokolade einem Zufallstreffer zu verdanken sei. Mit diesem Mythos wird die Bedeutung der Erfindung an der Aare bekanntlich relativiert. Dort werden aber auch Zeitachsen erstellt, ohne die historisch relevante Geografie zu berücksichtigen. Für Marketingzwecke werden sogar technische Begriffe umgedeutet. Oder man vergibt den Status als Schokoladenhauptstadt, ohne die Einwohnerzahl und die Tatsache zu berücksichtigen, dass Ur-Milchschoggi ohne Schmelzeigenschaft keinen Erfolg hatte. Gibt es unter den stolzen Löwen auch Neider? Oder zeigt sich hier einfach nur mangelndes Interesse an den Regionen auf der westlichen Seite des Bareggtunnels? Oder gibt es an der Ostseite des Bareggs sogar einen «Schoggigraben»?

Seit die wahre Geschichte über Schokolade veröffentlicht wurde, hat sich der Gegenwind aus dem Osten verstärkt. In meiner Situation würde ein Kommunikationsberater wahrscheinlich dazu raten, diese Missstände zu ignorieren. Aber wegducken und die Faust im Sack machen, das ist nicht meine Art. Aus diesem Grund habe ich meine Übersicht aus dem Jahr 2021 aktualisiert und im Glossar ein Quellenverzeichnis hinzugefügt. Aus dem Bärengraben ist ein Park geworden. Würde sich der «Schoggigraben» beseitigen lassen, so käme die Schokoladenseite der Schweiz auf beiden Seiten des Bareggtunnels zum Vorschein.

Neben meinem täglichen Engagement in den Gassen der Bundesstadt soll dies ein weiterer Beitrag zum Erhalt dieses Schweizer Kulturerbes sein. Im August 2026 ist auf der Webseite von Journal B ein Artikel über meine Hauptaktivität als «Schoggi-Mann» erschienen. Da meine Eltern aus Zürich kommen, bin ich sogar ein «Zürimaa» mit Schokoladenjob. Der Inhalt dieser Website richtet sich jedoch nicht nur an Bären oder Löwen, sondern an alle Genussmenschen, welche die süsse Seite des Lebens lieben. In diesem Zusammenhang sei auf den 30. September hingewiesen! An diesem Tag erscheint der letzte Band der spannenden Trilogie von Lisa Graf über die wohl zarteste Schokoladensaga der Welt.
Schokoladenhauptstadt: Qualitative Argumentation

Inhalt mit Weltruhm

Zunächst widme ich mich den bedeutenden Eckpunkten, aufgrund derer man von einer Schokoladenhauptstadt sprechen kann. Allen voran ist hier der finale Durchbruch bei der globalen Entwicklung essbarer Schokolade zu nennen. Dieser geht auf die Erfindung von Rodolphe Lindt im Jahr 1879 zurück. Damit hatte man einen Vorsprung bei dieser neuartigen Fabrikationsmethode. So entstanden im Geburtsort der modernen Schokolade weitere weltberühmte Marken. Die Ausrichtung des dritten Internationalen Kongresses der Kakao- und Schokoladenfabrikanten verdeutlicht zudem, dass die bedeutende Rolle der Bundesstadt auch ausserhalb der Schweiz anerkannt wurde. Diese qualitativen Merkmale rechtfertigen schliesslich den Titeln als Schokoladenhauptstadt.
Schokoladenhauptstadt: Qualitative Argumentation

Inhalt mit Weltruhm

Zunächst widme ich mich den bedeutenden Eckpunkten, aufgrund derer man von einer Schokoladenhauptstadt sprechen kann. Allen voran ist hier der finale Durchbruch bei der globalen Entwicklung essbarer Schokolade zu nennen. Dieser geht auf die Erfindung von Rodolphe Lindt im Jahr 1879 zurück. Damit hatte man einen Vorsprung bei dieser neuartigen Fabrikationsmethode. So entstanden im Geburtsort der modernen Schokolade weitere weltberühmte Marken. Die Ausrichtung des dritten Internationalen Kongresses der Kakao- und Schokoladenfabrikanten verdeutlicht zudem, dass die bedeutende Rolle der Bundesstadt auch ausserhalb der Schweiz anerkannt wurde. Diese qualitativen Merkmale rechtfertigen schliesslich den Titeln als Schokoladenhauptstadt.
Inhalt von Weltformat

Chocolat Fondant: Erste moderne Schokolade seit 1879

Es handelt sich um ein seltenes Beispiel einer Erfindung, bei der nicht der Profit, sondern die Qualität im Zentrum stand. 20 Jahre lang blieb sein Veredelungsverfahren einzigartig. Eine Veredelung zeichnet sich typischerweise durch ihre lange Dauer aus. Allein die Bearbeitung in der Conchiermaschine dauerte bis zu 80 Stunden. Entgegen der allgemeinen Auffassung war die Mühle von Rodolphe Lindt noch nicht automatisiert. Die Herstellung seiner Chocolat Fondant war also noch mit sehr viel Handarbeit verbunden. Eine Conche läuft zudem ohne Unterbrechung. Dieser Umstand erforderte einen Schichtbetrieb.

Wenn jemand für die Herstellung eines ähnlichen Produkts mehr als zwei Tage länger als die Konkurrenz benötigt, dann sind seine Herstellungskosten deutlich höher. Zudem ist die Preisgestaltung eines Neueinsteigers in einem bestehenden Markt sehr eingeschränkt. Dadurch können die höheren Kosten nicht einfach auf die Kunden umgewälzt werden. Das bedeutet, dass man weniger Profit in Kauft nimmt. Unter diesem Aspekt macht sich die Qualitätsorientierung von Rodolphe Lindt bemerkbar. Seine Erfindung aus dem Jahr 1879 verkörpert somit ein typisch schweizerisches Klischee. Wenn bei Food die Rede von Qualität ist, bedeutet das immer auch der Genussmoment des Kunden. Gerade dieser kulinarische Idealismus macht seinen Pioniergeist umso ehrenvoller. Aus diesem Grund darf die Schweiz zu Recht stolz auf den Erfinder der modernen Schokolade sein.

Der technische Teil dieser Errungenschaft wird in einem eigenen Kapitel erläutert. Die sich wiederholende Legende hat mich zudem zu einer Gegendarstellung bewogen, die auf einer eigens erstellten Website veröffentlicht wurde. Inzwischen zeichnet sich jedoch ab, dass die wahre Geschichte über Rodolphe Lindt nicht jedem gefällt. So lassen sich Bemühungen erkennen, die gewählte Domain zu verwässern. Seit meiner Publikation im Oktober 2025 wird das Schlagwort nämlich auffallend häufig im Zusammenhang mit «Schokolade schmelzen» verwendet. Tatsächlich ist Schmelzschokolade aber ein Fachbegriff, der ursprünglich von P. Zipperer zur Unterscheidung zwischen der modernen und der ursprünglichen Form verwendet und in der deutschen Lebensmittelgesetzgebung verankert wurde. Später griff H. Fincke den Sachbegriff auch in seiner Fachliteratur auf.

Soll mit diesem Gegenwind jemandem auf der anderen Seite des «Schoggigrabens» gezeigt werden, wo der Bartel den Most holt? Wohl kaum, denn es fehlt ein triftiger Grund. Sollte es doch einen geben, würde das der Geschichte, die schon genussreich genug ist, nur noch mehr Würze verleihen. Apfelsaft wirkt zwar fabelhaft. Trotzdem bevorzugen Bären Honig und verstehen Schokolade besser als anderswo. War es 1879 nicht genauso?

Eine Randnotiz zur scheinbaren Verwässerung: Das Verfahren für die Schmelzeigenschaft von Schokolade ist so oder so anspruchsvoll. Das Schmelzen von Schokolade ist hingegen eine doch eher einfache Backanleitung. Entscheidungen dieser Art werden natürlich an der Limmat und nicht an der Aare gefällt. Where else?

Conche im Einsatz: Das Kakao-Zucker-Gemisch wird in einer Conchiermaschine erhitzt, wodurch das enthaltene Wasser verdampft. Mit der Verdampfung entweichen auch unerwünschte Aromen. Damit die Masse während des Conchierens nicht austrocknet, wird Kakaobutter hinzugefügt. Der erhöhte Fettanteil führt zu einem zähflüssigen Zustand, in dem sich die einzelnen Elemente miteinander verbinden. Auf diese Weise gelingt die Homogenisierung der Schokoladenstruktur. Damit diese homogene Struktur langfristig erhalten bleibt, muss die Vorkristallisation der Fettelemente in der zähflüssigen Masse eingeleitet werden. Hierfür wurde die Temperiertechnik entwickelt. Durch die höhere Fließfähigkeit musste auch die Befüllung der Schokoladenformen neu organisiert werden: Man ging vom Pressen zum Giessen über. Diese einzelnen Schritte machen deutlich, dass das Handwerk durch diese revolutionäre Erfindung grundlegend verändert wurde. Die Details hierzu werden im Kapitel über die Schmelzschokolade beschrieben.

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Chocolat Fondant: Erste moderne Schokolade seit 1879

Es handelt sich um ein seltenes Beispiel einer Erfindung, bei der nicht der Profit, sondern die Qualität im Zentrum stand. 20 Jahre lang blieb sein Veredelungsverfahren einzigartig. Eine Veredelung zeichnet sich typischerweise durch ihre lange Dauer aus. Allein die Bearbeitung in der Conchiermaschine dauerte bis zu 80 Stunden. Entgegen der allgemeinen Auffassung war die Mühle von Rodolphe Lindt noch nicht automatisiert. Die Herstellung seiner Chocolat Fondant war also noch mit sehr viel Handarbeit verbunden. Eine Conche läuft zudem ohne Unterbrechung. Dieser Umstand erforderte einen Schichtbetrieb.

Wenn jemand für die Herstellung eines ähnlichen Produkts mehr als zwei Tage länger als die Konkurrenz benötigt, dann sind seine Herstellungskosten deutlich höher. Zudem ist die Preisgestaltung eines Neueinsteigers in einem bestehenden Markt sehr eingeschränkt. Dadurch können die höheren Kosten nicht einfach auf die Kunden umgewälzt werden. Das bedeutet, dass man weniger Profit in Kauft nimmt. Unter diesem Aspekt macht sich die Qualitätsorientierung von Rodolphe Lindt bemerkbar. Seine Erfindung aus dem Jahr 1879 verkörpert somit ein typisch schweizerisches Klischee. Wenn bei Food die Rede von Qualität ist, bedeutet das immer auch der Genussmoment des Kunden. Gerade dieser kulinarische Idealismus macht seinen Pioniergeist umso ehrenvoller. Aus diesem Grund darf die Schweiz zu Recht stolz auf den Erfinder der modernen Schokolade sein.

Der technische Teil dieser Errungenschaft wird in einem eigenen Kapitel erläutert. Die sich wiederholende Legende hat mich zudem zu einer Gegendarstellung bewogen, die auf einer eigens erstellten Website veröffentlicht wurde. Inzwischen zeichnet sich jedoch ab, dass die wahre Geschichte über Rodolphe Lindt nicht jedem gefällt. So lassen sich Bemühungen erkennen, die gewählte Domain zu verwässern. Seit meiner Publikation im Oktober 2025 wird das Schlagwort nämlich auffallend häufig im Zusammenhang mit «Schokolade schmelzen» verwendet. Tatsächlich ist Schmelzschokolade aber ein Fachbegriff, der ursprünglich von P. Zipperer zur Unterscheidung zwischen der modernen und der ursprünglichen Form verwendet und in der deutschen Lebensmittelgesetzgebung verankert wurde. Später griff H. Fincke den Sachbegriff auch in seiner Fachliteratur auf.

Soll mit diesem Gegenwind jemandem auf der anderen Seite des «Schoggigrabens» gezeigt werden, wo der Bartel den Most holt? Wohl kaum, denn es fehlt ein triftiger Grund. Sollte es doch einen geben, würde das der Geschichte, die schon genussreich genug ist, nur noch mehr Würze verleihen. Apfelsaft wirkt zwar fabelhaft. Trotzdem bevorzugen Bären Honig und verstehen Schokolade besser als anderswo. War es im 1879 nicht genauso?

Eine Randnotiz zur scheinbaren Verwässerung: Das Verfahren für die Schmelzeigenschaft von Schokolade ist so oder so anspruchsvoll. Das Schmelzen von Schokolade ist hingegen eine doch eher einfache Backanleitung. Entscheidungen dieser Art werden natürlich an der Limmat und nicht an der Aare gefällt. Where else?

Conche im Einsatz: Das Kakao-Zucker-Gemisch wird in einer Conchiermaschine erhitzt, wodurch das enthaltene Wasser verdampft. Mit der Verdampfung entweichen auch unerwünschte Aromen. Damit die Masse während des Conchierens nicht austrocknet, wird Kakaobutter hinzugefügt. Der erhöhte Fettanteil führt zu einem zähflüssigen Zustand, in dem sich die einzelnen Elemente miteinander verbinden. Auf diese Weise gelingt die Homogenisierung der Schokoladenstruktur. Damit diese homogene Struktur langfristig erhalten bleibt, muss die Vorkristallisation der Fettelemente in der zähflüssigen Masse eingeleitet werden. Hierfür wurde die Temperiertechnik entwickelt. Durch die höhere Fließfähigkeit musste auch die Befüllung der Schokoladenformen neu organisiert werden: Man ging vom Pressen zum Giessen über. Diese einzelnen Schritte machen deutlich, dass das Handwerk durch diese revolutionäre Erfindung grundlegend verändert wurde. Die Details hierzu werden im Kapitel über die Schmelzschokolade beschrieben.

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3 Schokoladenmarken mit Weltruf

Durch die Bearbeitung in der Conchiermaschine lässt sich der Geschmack der Schokolade steuern. Auch die Temperaturen spielen dabei eine wichtige Rolle. Diese Parameter stehen in weiteren Abhängigkeiten. Die Erfindung führte also zu einer gewissen Komplexität, die das Schokoladenmachen anspruchsvoller machte. Zudem basierten die Kenntnisse auf Erfahrungswerten, die zunächst einmal gesammelt werden mussten. Insofern könnte die Nähe zum Erfindungsort ein Vorteil gewesen sein, da auch andere lokale Betriebe bald einen technischen Vorsprung bei der modernen Schokolade erhielten. Damit liesse sich zumindest erklären, warum später weitere Schokoladenmarken aus der Bundesstadt weltberühmt geworden sind.
  • Schmelz (1879)
    Um die Jahrhundertwende stand der Familienname von Rodolphe Lindt synonym für moderne Schokolade. Später attestierte ihm das Deutsche Patentamt einen Weltruf. Diese Feststellung ist Teil der Argumentation im Berufungsschreiben aus dem Jahr 1927 und diente der Rechtfertigung des hohen Kaufpreises bei der Übernahme im Jahr 1899. Die entsprechenden Unterlagen befinden sich im Bundesarchiv.
  • Malz (1904)
    Dieses Pulvergemisch aus entöltem Kakao, Malz und Ei ist ebenfalls weltbekannt. Die Trinkschokolade ist damit sogar in der Bundesstadt prominent vertreten. Bei der Entölung des Kakaos entsteht Kakaobutter, die für die Herstellung essbarer Schokolade verwendet wird. Dies ist ein weiteres Indiz für einen damaligen Cluster, das durch die Ovomaltine Chocolat aus dem Jahr 1921 gestützt wird. Damals wurde das Pulver vom Weissenbühlquartier in die Matte geliefert, wo es bei der A & W Lindt in eine Schokoladenmasse eingearbeitet wurde. Im Gegenzug wurde das Kakaopulver der A & W Lindt ab 1923 im Weissenbühl produziert.
  • Dreieck (1908)
    Dank ihrer Ecken und Kanten verkörpert sie das Alpenland wie keine andere. Ihr Erfolg ist auch dem Schmelzverfahren zu verdanken. Denn erst die Verflüssigung der Schokoladenmasse ermöglichte das Ausgießen komplexerer Formen. Durch die frühe Partnerschaft im Vertrieb gehörte die Familie Tobler zu den Ersten, die mit den Eigenschaften der Chocolat Fondant vertraut wurden. Die Vertriebszusammenarbeit ist zudem ein erster Hinweis darauf, dass früher einen lokalen Branchencluster gab.
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3 Schokoladenmarken mit Weltruf

Durch die Bearbeitung in der Conchiermaschine lässt sich der Geschmack der Schokolade steuern. Auch die Temperaturen spielen dabei eine wichtige Rolle. Diese Parameter stehen in weiteren Abhängigkeiten. Die Erfindung führte also zu einer gewissen Komplexität, die das Schokoladenmachen anspruchsvoller machte. Zudem basierten die Kenntnisse auf Erfahrungswerten, die zunächst einmal gesammelt werden mussten. Insofern könnte die Nähe zum Erfindungsort ein Vorteil gewesen sein, da auch andere lokale Betriebe bald einen technischen Vorsprung bei der modernen Schokolade erhielten. Damit liesse sich zumindest erklären, warum später weitere Schokoladenmarken aus der Bundesstadt weltberühmt geworden sind.

  • Schmelzend (1879)
    Um die Jahrhundertwende stand der Familienname von Rodolphe Lindt synonym für moderne Schokolade. Später attestierte ihm das Deutsche Patentamt einen Weltruf. Diese Feststellung ist Teil der Argumentation im Berufungsschreiben aus dem Jahr 1927 und diente der Rechtfertigung des hohen Kaufpreises bei der Übernahme im Jahr 1899. Die entsprechenden Unterlagen befinden sich im Bundesarchiv.
  • Malzig (1904)
    Dieses Pulvergemisch aus entöltem Kakao, Malz und Ei ist ebenfalls weltbekannt. Die Trinkschokolade ist damit sogar in der Bundesstadt prominent vertreten. Bei der Entölung des Kakaos entsteht Kakaobutter, die für die Herstellung essbarer Schokolade verwendet wird. Dies ist ein weiteres Indiz für einen damaligen Cluster, das durch die Ovomaltine Chocolat aus dem Jahr 1921 gestützt wird. Damals wurde das Pulver vom Weissenbühlquartier in die Matte geliefert, wo es bei der A & W Lindt in eine Schokoladenmasse eingearbeitet wurde. Im Gegenzug wurde das Kakaopulver der A & W Lindt ab 1923 im Weissenbühl produziert.
  • Dreieckig (1908)
    Dank ihrer Ecken und Kanten verkörpert sie das Alpenland wie keine andere. Ihr Erfolg ist auch dem Schmelzverfahren zu verdanken. Denn erst die Verflüssigung der Schokoladenmasse ermöglichte das Ausgießen komplexerer Formen. Durch die frühe Partnerschaft im Vertrieb gehörte die Familie Tobler zu den Ersten, die mit den Eigenschaften der Chocolat Fondant vertraut wurden. Die Vertriebszusammenarbeit ist zudem ein erster Hinweis darauf, dass früher einen lokalen Branchencluster gab.
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Dritter Internationaler Kakaokongress von 1911

Die Wahl der Bundesstadt als Austragungsort für den dritten Internationalen Kongress der Kakao- und Schokoladenfabrikanten im Jahr 1911 zeigt, dass ihre bedeutende Rolle bei der weltweiten Entwicklung von Schokolade auch über die Landesgrenzen hinweg anerkannt wurde. Bei den Gesprächen wurde nach einer einheitlichen Norm für Kakao- und Schokoladenprodukte gesucht. Es nahmen 238 Firmen aus aller Welt teil. Davon stammten 71 aus Deutschland und 11 aus der Schweiz, darunter drei aus der Bundesstadt. Zuvor hatte der erste Kongress 1908 in Paris und der zweite 1909 in Genf stattgefunden.
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Dritter Internationaler Kakaokongress von 1911

Die Wahl der Bundesstadt als Austragungsort für den dritten Internationalen Kongress der Kakao- und Schokoladenfabrikanten im Jahr 1911 zeigt, dass ihre bedeutende Rolle bei der weltweiten Entwicklung von Schokolade auch über die Landesgrenzen hinweg anerkannt wurde. Bei den Gesprächen wurde nach einer einheitlichen Norm für Kakao- und Schokoladenprodukte gesucht. Es nahmen 238 Firmen aus aller Welt teil. Davon stammten 71 aus Deutschland und 11 aus der Schweiz, darunter drei aus der Bundesstadt. Zuvor hatte der erste Kongress 1908 in Paris und der zweite 1909 in Genf stattgefunden.
Schokoladenhauptstadt: Mengenmässige Argumentation

Vielfalt ist einzigartig in der Schweiz

Je mehr Akteure aus demselben Markt in einer Zone tätig sind, desto höher ist der Wettbewerb. Einige Unternehmen müssen sich dann spezialisieren und eine Nische besetzen, um nicht vom Markt verdrängt zu werden. Diese Spezialisierung kann in bestimmten Bereichen zu Partnerschaften führen. Werden aus lokalen Konkurrenten lokale Partner, kann ein lokaler Cluster entstehen. Bereits bei den drei Weltmarken sind Hinweise auf einen Branchencluster zu finden und es werden weitere folgen. Am Fusse des oberen Aaretals lässt sich also ein ehemaliger Schokoladencluster identifizieren.

Mit einem Pro-Kopf-Konsum von rund elf Kilogramm pro Jahr liegt die Schweiz unangefochten an der Weltspitze. Somit ist sie zweifellos eine Schokoladennation. Die Funktion als Dreh- und Angelpunkt in einem Schokoladenland spricht sowohl qualitativ als auch mengenmässig für eine Schokoladenhauptstadt. Selbst wenn der Cluster heute der Vergangenheit angehört.

Für den schweizweiten Vergleich lässt sich die mengenmässige Übersicht in drei Generationen unterteilen. Diese sind in einer Timeline dargestellt. Vereinfachungshalber erstreckt sich diese nur bis in die 1930er-Jahre. Es versteht sich von selbst, dass keine Vollständigkeit gewährleistet werden kann.
Schokoladenhauptstadt: Mengenmässige Argumentation

Vielfalt ist einzigartig in der Schweiz

Je mehr Akteure aus demselben Markt in einer Zone tätig sind, desto höher ist der Wettbewerb. Einige Unternehmen müssen sich dann spezialisieren und eine Nische besetzen, um nicht vom Markt verdrängt zu werden. Diese Spezialisierung kann in bestimmten Bereichen zu Partnerschaften führen. Werden aus lokalen Konkurrenten lokale Partner, kann ein lokaler Cluster entstehen. Bereits bei den drei Weltmarken sind Hinweise auf einen Branchencluster zu finden und es werden weitere folgen. Am Fusse des oberen Aaretals lässt sich also ein ehemaliger Schokoladencluster identifizieren.

Mit einem Pro-Kopf-Konsum von rund elf Kilogramm pro Jahr liegt die Schweiz unangefochten an der Weltspitze. Somit ist sie zweifellos eine Schokoladennation. Die Funktion als Dreh- und Angelpunkt in einem Schokoladenland spricht sowohl qualitativ als auch mengenmässig für eine Schokoladenhauptstadt. Selbst wenn der Cluster heute der Vergangenheit angehört.

Für den schweizweiten Vergleich lässt sich die mengenmässige Übersicht in drei Generationen unterteilen. Diese sind in einer Timeline dargestellt. Vereinfachungshalber erstreckt sich diese nur bis in die 1930er-Jahre. Es versteht sich von selbst, dass keine Vollständigkeit gewährleistet werden kann.
Schokoladenhauptstadt: Mengenmässige Argumentation

Erste Generation: 1750 bis 1847

Das Buch Schweizer Schokolade erschien im Jahr 2025. Es wurde von D. Flammer nur wenige Meter neben der Mündung von Sihl und Limmat verfasst. Auch darin ist eine Zeitachse enthalten. Durch die Brille eines Altbären kann diese jedoch anders gelesen werden. Denn vor dem Einmarsch der Franzosen im Jahr 1798 erstreckte sich das Kantonsgebiet von der westlichen Region am Lac Léman bis zur Lenzburg im Osten. Demnach müsste der Satz «1770 wanderte die Familie Kohler in Lausanne ein (von einem Aare-Kanton kommend)…» historisch korrekt umformuliert werden: „1770 wanderte die Familie Kohler innerhalb des Aare-Kantons nach Lausanne...” Der Baregg war quasi die östliche «Altbäregg» und markierte einen «Schoggigraben». Damit lässt sich die enge Verbundenheit zwischen den Bären und den Romands erklären. Denn noch heute lernen sie zuerst eine zweite Landessprache. An der Limmat beginnt man hingegen lieber mit Englisch.

Die Blütezeit der ersten Generation fällt in das Jahr 1822, als es 20 Betriebe gab, die Kakao verarbeiteten. Den Angaben der städtischen Behörde zufolge lebten im Jahr 1820 rund 20.000 Menschen in der Stadt an der Aare. Eine solche Dichte an Kakaoverarbeitern war selbst im internationalen Vergleich mit anderen Städten zu dieser Zeit überdurchschnittlich. Der wohl bekannteste Name der ersten Generation ist Suchard. Die Familie stammte aus Boudry (NE). Zu Beginn des 19. Jahrhunderts eröffnete F. Suchard eine Zuckerbäckerei in der Altstadt. Zwischen 1814 und 1823 verbrachte P. Suchard seine Lehr- und Gesellenjahre bei ihm. Er war sein jüngerer Bruder, der 1826 in Serrière (NE) einen Schokoladenbetrieb gründete, der bis 1900 zum grössten der Schweiz wurde.

Im Juli 2026 erschien ein Artikel in der NZZ. Da er ebenfalls an der Limmat verfasst wurde, bleibt die Schweizer Schokoladenhauptstadt unerwähnt. Dieser Titel wird der Landeshauptstadt von Sachsen zugeschrieben. In ihrer Argumentation stützt sich die Autorin unter anderem auf die Erfindung der Milchschokolade. Sie lässt jedoch ausser Acht, dass es sich bei der Form aus dem Jahr 1839 um eine ursprüngliche Schokolade handelte. Sie wies eine heterogene Struktur auf und wurde mit Eselsmilch angereichert. In Dresden blieb der Erfolg offensichtlich aus. Das lag wohl daran, dass sie optisch noch nicht überzeugen konnte. Erst durch die Homogenisierung erhielt die Milchschokolade einen einheitlichen Farbton und den Glanz. Diese Eigenschaften wurden erstmals durch die Erfindung von Rodolphe Lindt möglich. So zeigt sich auch, dass der breite Erfolg der Milchschokolade erst in den 1890er Jahren eintrat.

Kakaoerzeugnisse sind Genussmittel (luxury food). Im Jahr 1820 zählte die Stadt an der Aare rund 20’000 Einwohner. Die Bevölkerung von Dresden umfasste hingegen bereits 54’000 Personen. Aufgrund des sächsischen Königshauses kann zudem davon ausgegangen werden, dass der Markt für Luxusgüter in Dresden wesentlich ausgeprägter war als in der Schweiz. Trotzdem stützt sich der Artikel in der NZZ bei Ernennung zur Schokoladenhauptstadt auch auf einem mengenmässigen Vergleich. Diese Argumentation basiert jedoch auf einem doch eher trügerischen Fundament.
Schokoladenhauptstadt: Mengenmässige Argumentation

Erste Generation: 1750 bis 1847

Das Buch Schweizer Schokolade erschien im Jahr 2025. Es wurde von D. Flammer nur wenige Meter neben der Mündung von Sihl und Limmat verfasst. Auch darin ist eine Zeitachse enthalten. Durch die Brille eines Altbären kann diese jedoch anders gelesen werden. Denn vor dem Einmarsch der Franzosen im Jahr 1798 erstreckte sich das Kantonsgebiet von der westlichen Region am Lac Léman bis zur Lenzburg im Osten. Demnach müsste der Satz «1770 wanderte die Familie Kohler in Lausanne ein (von einem Aare-Kanton kommend)…» historisch korrekt umformuliert werden: „1770 wanderte die Familie Kohler innerhalb des Aare-Kantons nach Lausanne...” Der Baregg war quasi die östliche «Altbäregg» und markierte einen «Schoggigraben». Damit lässt sich die enge Verbundenheit zwischen den Bären und den Romands erklären. Denn noch heute lernen sie zuerst eine zweite Landessprache. An der Limmat beginnt man hingegen lieber mit Englisch.

Die Blütezeit der ersten Generation fällt in das Jahr 1822, als es 20 Betriebe gab, die Kakao verarbeiteten. Den Angaben der städtischen Behörde zufolge lebten im Jahr 1820 rund 20'000 Menschen in der Stadt an der Aare. Eine solche Dichte an Kakaoverarbeitern war selbst im internationalen Vergleich mit anderen Städten zu dieser Zeit überdurchschnittlich. Der wohl bekannteste Name der ersten Generation ist Suchard. Die Familie stammte aus Boudry (NE). Zu Beginn des 19. Jahrhunderts eröffnete F. Suchard eine Zuckerbäckerei in der Altstadt. Zwischen 1814 und 1823 verbrachte P. Suchard seine Lehr- und Gesellenjahre bei ihm. Er war sein jüngerer Bruder, der 1826 in Serrière (NE) einen Schokoladenbetrieb gründete, der bis 1900 zum grössten der Schweiz wurde.

Im Juli 2026 erschien ein Artikel in der NZZ. Da er ebenfalls an der Limmat verfasst wurde, bleibt die Schweizer Schokoladenhauptstadt unerwähnt. Dieser Titel wird der Landeshauptstadt von Sachsen zugeschrieben. In ihrer Argumentation stützt sich die Autorin unter anderem auf die Erfindung der Milchschokolade. Sie lässt jedoch ausser Acht, dass es sich bei der Form aus dem Jahr 1839 um eine ursprüngliche Schokolade handelte. Sie wies eine heterogene Struktur auf und wurde mit Eselsmilch angereichert. In Dresden blieb der Erfolg offensichtlich aus. Das lag wohl daran, dass sie optisch noch nicht überzeugen konnte. Erst durch die Homogenisierung erhielt die Milchschokolade einen einheitlichen Farbton und den Glanz. Diese Eigenschaften wurden erstmals durch die Erfindung von Rodolphe Lindt möglich. So zeigt sich auch, dass der breite Erfolg der Milchschokolade erst in den 1890er Jahren eintrat.

Kakaoerzeugnisse sind Genussmittel (luxury food). Im Jahr 1820 zählte die Stadt an der Aare rund 20’000 Einwohner. Die Bevölkerung von Dresden umfasste hingegen bereits 54’000 Personen. Aufgrund des sächsischen Königshauses kann zudem davon ausgegangen werden, dass der Markt für Luxusgüter in Dresden wesentlich ausgeprägter war als in der Schweiz. Trotzdem stützt sich der Artikel in der NZZ bei Ernennung zur Schokoladenhauptstadt auch auf einem mengenmässigen Vergleich. Diese Argumentation basiert jedoch auf einem doch eher trügerischen Fundament.

Macher bauen einen Markt für Schokolade auf...

1750
1750
Schermenmühle
Die älteste erwähnte Schokoladenproduktion der Schweiz. Sie wurde von zwei Personen aus dem heutigen Italien betrieben.
1795
1795
S. A. Haller
1822
1822
Blütezeit
20 Kakaoverarbeiter
1831
1831
Charles Amédée Kohler
Gegründet in Lausanne (VD). Übernahme durch Peter aus Vevey im Jahr 1904. Heute in Broc (FR).
1836
1836
Alt Niklaus
1836
1836
Hunziker und Ballif
1836
1836
Büchler Christ
In der Aarestadt gab es damals viele Zuckerbäcker, Schokoladenfabrikanten und Dessertmacher. Also bestand bereits ein bedeutender Markt für Schoggi.
Im Jahr 1822 lassen sich 20 Adressen finden, an denen Kakao verarbeitet wurde. Darunter waren neun Zuckerbäcker, sieben Fabrikanten von Chocolat und vier Dessertmacher. Unter Berücksichtigung der Stadtbevölkerung von rund 20.000 Personen lässt sich eine Dichte berechnen, die auch im internationalen Vergleich überdurchschnittlich ist. Die Blütezeit der Schweizer Schokoladenhauptstadt fällt somit in diese Epoche.Darf man Dessertmacher aber überhaupt mit Kakao in Verbindung bringen? Die Antwort auf diese Frage ist im Buch Festliches Essen und Trinken in der Stadt an der Aare: Menüs und Rezepte vergangener Jahrhunderte von F. Capitani zu finden. Darin beschreibt er nämlich mehrere Bankettmenus aus dem 18. Jahrhundert, die in der Aarestadt vorbereitet wurden.
Schokoladenhauptstadt: Mengenmässige Argumentation

Zweite Generation: 1848 bis 1899

Nach dem Sonderbundskrieg erlebte die Schweiz mit der Gründung des Bundesstaats einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Chocolat Fondant geht auf den Erfindergeist von Rodolphe Lindt aus dem Jahr 1879 zurück. Sie wies erstmals eine homogene Struktur auf, hatte eine glänzende Oberfläche und zerging auf der Zunge – ein Genusserlebnis, das sich niemand in seinen süssesten Träumen vorstellen konnte. Aufgrund der Geheimhaltung wurde sie rund 20 Jahre lang exklusiv in der Bundesstadt hergestellt. Ihre Qualität übertraf die der anderen Produkte bei Weitem, sodass die Konkurrenz sich um das Geheimnis riss. Sie läutete ein neues Zeitalter ein, denn aus heutiger Sicht steht nämlich fest, dass sie die erste Form der modernen Schokolade war.

Die mit Rodolphe Lindt verwandte Familie Kohler aus Lausanne war in die Entwicklungsarbeit involviert und kannte das Geheimnis von Anfang an. Später profitierte auch die Familie Tobler als Vertriebspartner. Um die Milchschokolade homogenisieren zu können, musste Daniel Peter das Schmelzverfahren anwenden. Wann genau er davon in Vevey erfuhr, ist jedoch unklar. Fest steht, dass seine Erfindung in der Kommunikation älter dargestellt wird, als sie tatsächlich ist. Das Entstehungsjahr seiner Ur-Milchschoggi wird hier nicht genannt. Dieses ist aber auf Wikipedia zu finden. Ein Erfindungsjahr, das technisch nachvollzogen werden kann, wäre wesentlich interessanter. Fest steht, dass die Schokoladenstruktur erst nach 1879 homogenisiert werden konnte. Daher kann davon ausgegangen werden, dass Daniel Peter sein Entwicklungsprojekt einige Jahre danach abschliessen konnte. Dies schmälert die Bedeutung seiner Erfindung nicht. Die Milchschokolade spielte eine entscheidende Rolle, um aus der Schweiz später ein Schokoladenland zu machen. Für den Erfolg dieser Variante war die Verbesserung der Qualität jedoch ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Diese ist auf das Veredelungsverfahren von Rodolphe Lindt zurückzuführen.

In der Schweiz setzte der technische Wandel in der Antriebstechnik erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein. Philippe Suchard war ein Vorreiter dieser Entwicklung. Bereits in den 1870er-Jahren stellte er seine Schokoladenmühle in Serrières bei Neuchâtel auf Dampfbetrieb um. In den folgenden Jahren stellten auch Cailler in Broc im Kanton Fribourg (1898), Sprüngli in Kilchberg am Zürichsee (1899) und Tobler in der Länggasse auf Dampfbetrieb um. Die Umstellung war mit einem hohen Investitionsbedarf verbunden. Auch die Mühle der noch jungen Rod. Lindt Fils musste modernisiert werden. Das war sicher einer der Gründe für den Verkauf seines Betriebes nach Zürich im Jahr 1899.
Schokoladenhauptstadt: Mengenmässige Argumentation

Zweite Generation: 1848 bis 1899

Nach dem Sonderbundskrieg erlebte die Schweiz mit der Gründung des Bundesstaats einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Chocolat Fondant geht auf den Erfindergeist von Rodolphe Lindt aus dem Jahr 1879 zurück. Sie wies erstmals eine homogene Struktur auf, hatte eine glänzende Oberfläche und zerging auf der Zunge – ein Genusserlebnis, das sich niemand in seinen süssesten Träumen vorstellen konnte. Aufgrund der Geheimhaltung wurde sie rund 20 Jahre lang exklusiv in der Bundesstadt hergestellt. Ihre Qualität übertraf die der anderen Produkte bei Weitem, sodass die Konkurrenz sich um das Geheimnis riss. Sie läutete ein neues Zeitalter ein, denn aus heutiger Sicht steht nämlich fest, dass sie die erste Form der modernen Schokolade war.

Die mit Rodolphe Lindt verwandte Familie Kohler aus Lausanne war in die Entwicklungsarbeit involviert und kannte das Geheimnis von Anfang an. Später profitierte auch die Familie Tobler als Vertriebspartner. Um die Milchschokolade homogenisieren zu können, musste Daniel Peter das Schmelzverfahren anwenden. Wann genau er davon in Vevey erfuhr, ist jedoch unklar. Fest steht, dass seine Erfindung in der Kommunikation älter dargestellt wird, als sie tatsächlich ist. Das Entstehungsjahr seiner Ur-Milchschoggi wird hier nicht genannt. Dieses ist aber auf Wikipedia zu finden. Ein Erfindungsjahr, das technisch nachvollzogen werden kann, wäre wesentlich interessanter. Fest steht, dass die Schokoladenstruktur erst nach 1879 homogenisiert werden konnte. Daher kann davon ausgegangen werden, dass Daniel Peter sein Entwicklungsprojekt einige Jahre danach abschliessen konnte. Dies schmälert die Bedeutung seiner Erfindung nicht. Die Milchschokolade spielte eine entscheidende Rolle, um aus der Schweiz später ein Schokoladenland zu machen. Für den Erfolg dieser Variante war die Verbesserung der Qualität jedoch ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Diese ist auf das Veredelungsverfahren von Rodolphe Lindt zurückzuführen.

In der Schweiz setzte der technische Wandel in der Antriebstechnik erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein. Philippe Suchard war ein Vorreiter dieser Entwicklung. Bereits in den 1870er-Jahren stellte er seine Schokoladenmühle in Serrières bei Neuchâtel auf Dampfbetrieb um. In den folgenden Jahren stellten auch Cailler in Broc im Kanton Fribourg (1898), Sprüngli in Kilchberg am Zürichsee (1899) und Tobler in der Länggasse auf Dampfbetrieb um. Die Umstellung war mit einem hohen Investitionsbedarf verbunden. Auch die Mühle der noch jungen Rod. Lindt Fils musste modernisiert werden. Das war sicher einer der Gründe für den Verkauf seines Betriebes nach Zürich im Jahr 1899.

Macher denken anders und verändern die Schokoladenwelt...

1848
1848
Brunetti Joseph
1857
1857
J. C. Heuberger
Später Amor, Schokoladen-, Confiserie- & Biscuitfabriken. Übernahme durch Séchaud aus Montreux im Jahr 1958.
1859
1859
Berla und Valentini
1868
1868
Johan Jakob Tobler
Heute in Brünnen.
1872
1872
Giesserei und Maschinenfabrik von A. Marcuard
Nach 1879 war das Unternehmen der erste und mindestens 20 Jahre lang der einzige Hersteller von Conchiermaschinen weltweit.
1879
1879
Rodolphe Lindt
Heute in Kilchberg am Zürichsee.
1892
1892
Alpen Milchgesellschaft
Heute in Konolfingen.
1898
1898
Ernst Krauser
Schokoladenhauptstadt: Mengenmässige Argumentation

Dritte Generation: 1900 bis 1931

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte die allgemeine Verbreitung von Schmelzschokolade ein. Davon war selbstverständlich auch die Variante mit Milch betroffen. Durch den Milchanteil wurde weniger des teuren Kakaos benötigt. So wurde das Produkt billiger. Die Investitionen in den Dampfantrieb hatten kurz zuvor das Fabrikzeitalter eingeläutet, sodass Schoggi nun in Massenproduktion hergestellt werden konnte. So wurde das Produkt zum Konsumgut. Die Erfindungen von Rodolphe Lindt und Daniel Peter beflügelten also den Schokoladenmarkt.

Die neuartigen Verfahren machten die Produktion anspruchsvoller. Dieser Umstand erforderte erfahrenes Personal. Ein Vorteil war somit die Nähe zu den beiden Erfindungsorten. Durch die Fluktuation entstand ein technischer Vorsprung gegenüber anderen Regionen. Davon profitierte die dritte Generation. So lässt sich auch erklären, warum es später weitere bekannte Schokoladenprodukte aus der Bundesstadt gab.
Schokoladenhauptstadt: Mengenmässige Argumentation

Dritte Generation: 1900 bis 1931

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte die allgemeine Verbreitung von Schmelzschokolade ein. Davon war selbstverständlich auch die Variante mit Milch betroffen. Durch den Milchanteil wurde weniger des teuren Kakaos benötigt. So wurde das Produkt billiger. Die Investitionen in den Dampfantrieb hatten kurz zuvor das Fabrikzeitalter eingeläutet, sodass Schoggi nun in Massenproduktion hergestellt werden konnte. So wurde das Produkt zum Konsumgut. Die Erfindungen von Rodolphe Lindt und Daniel Peter beflügelten also den Schokoladenmarkt.

Die neuartigen Verfahren machten die Produktion anspruchsvoller. Dieser Umstand erforderte erfahrenes Personal. Ein Vorteil war somit die Nähe zu den beiden Erfindungsorten. Durch die Fluktuation entstand ein technischer Vorsprung gegenüber anderen Regionen. Davon profitierte die dritte Generation. So lässt sich auch erklären, warum es später weitere bekannte Schokoladenprodukte aus der Bundesstadt gab.

Macher machen mit neuen Ideen weiter...

1900
1900
Hershey
Pennsylvania (USA)
1901
1901
Villars
Villars-sur-Glâne (FR)
1904
1904
Wander
Heute in Neuenegg
1906
1906
A & W Lindt
Liquitiert im Jahr 1928.
1908
1908
Kaffee-Spezial- Geschäft « Merkur » Schweizer Chocoladen- u. Colonialhaus
Heute in Zollikofen.
1919
1919
Tschirren
Nach wie vor in der Bundesstadt
1922
1922
Haco
Heute in Gümligen
1929
1929
Bloch
Heute in Courtelary
1931
1931
Gysi
Geordnet liquidiert im Jahr 2020.
Entlang dieser Route durch die Bundesstadt der Schweiz lernt man nicht nur eine längst vergessene Food-Geschichte kennen, sondern geniesst gleich auch die lokale Esskultur.
Entlang dieser Route durch die Bundesstadt der Schweiz lernt man nicht nur eine längst vergessene Food-Geschichte kennen, sondern geniesst gleich auch die lokale Esskultur.
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Tilda